Folge #8 – Geschichten von Stadt und Land

6. Februar 2020

Doris Knecht schreibt über Menschen, die überfordert sind und ihr Leben sortieren müssen. Meistens sind das (ehemalige) Städter*innen. Auf einer Rundfahrt durch Wien spricht die Schriftstellerin und Kolumnistin über die Underground-Szene der 1980er-Jahre, die Idylle im österreichischen Waldviertel und über die Nachwirkungen des Roten Wien heute. 

Doris Knecht kommt ursprünglich aus dem ländlichen Vorarlberg, aus Rankweil, um genau zu sein. Dort spürte sie eine gewisse Enge, eine „Beobachtetheit“, wie sie sagt, der sie Mitte der 1980er-Jahre entkommen wollte. In Wien fand sie eine Stadt, in der viele Möglichkeiten offen standen, für Kulturschaffende – beste Voraussetzungen für das Ankommen und Leben dort. 

Wien ist eine gut verwaltete Stadt. (Doris Knecht)

Knecht schrieb bisher um die 3.500 Kolumnen für die Wiener Stadtzeitung Falter, den Kurier, für die Vorarlberger Nachrichten, den Standard und für verschiedene andere Magazine. seit 2011 hat sie bereits fünf Romane verfasst. Gerne zieht sie sich in ihr Ferienhäuschen im österreichischen Waldviertel zurück, zum Schreiben, aber auch, weil sie die Ruhe zu schätzen weiß, genauso, wie das Stadtgewusel. Die Besinnung auf das entspannte Landleben gehört für Knecht zum Erwachsenwerden dazu, trotzdem weiß sie, bei all der Selbstversorgerromantik, die mit der Großstadtflucht einhergehen kann: „Wenn ich von meinem eigenen Garten leben müsste, würde ich verhungern.“ 

Was die Schriftstellerin besonders an ihrer Stadt schätzt: „Wien ist eine gut verwaltete Stadt.“ Dass diese Erkenntnis vielleicht ein kleines bisschen spießig daherkommen könnte, das findet sie in Ordnung.

Doris Knechts Romane „Gruber geht“, „Besser“, „Wald“, „Alles über Beziehungen“ und „Weg“ erscheinen allesamt beim Rowohlt Verlag.
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Fotographie: David Payr