Folge #5 – Räume für Kultur schaffen

5. November 2019

Wie können neue Orte für die junge Kulturszene in einer dichten Stadt erschlossen werden? In unserer November-Ausgabe sprechen wir mit dem jungen Münchner Kulturunternehmer Daniel Hahn über die gesellschaftliche Funktion von Kultur und wie er und seine Mitstreiter*innen es schafften, Mitten in der Stadt ein Schiff vom Ammersee auf einer Brücke aufzubauen. 

“Ich wünsche mir, dass München nicht nur vom Alten profitiert, sondern sich eine spannende Identität für die Gegenwart schafft.”

Eigentlich wollte Daniel Hahn sich erst einmal seinen Lebensunterhalt verdienen, als er beim Theater anfing. Doch in den zehn Jahren, die er nun schon in der Münchner Kulturszene mitmischt, wuchs seine Liebe für die Programmgestaltung genauso, wie seine handwerklichen und unternehmerischen Ambitionen. Der Spätzwanziger zählt zu einer Gruppe junger Menschen, die das kulturelle Gesicht Münchens seit einiger Zeit kräftig umkrempeln. Ob mit dem berüchtigten Club Bahnwärter Thiel, der unter anderem aus alten Schiffscontainern geschustert wurde oder mit einem Wanderzirkus – Hahn und seine Mitstreiter*innen nutzen Baulücken oder temporär offene Flächen, um ihre Vorstellung eines guten, offenen Kulturprogramms umzusetzen.

Hahn wuchs in München-Sendling auf. Dort, auf dem “letzten Filetstück in der Innenstadt”, wie Hahn sagt, nahm die Geschichte ihren Anfang, die auch die New York Times auf diese Münchner Gruppe von Kulturschaffenden aufmerksam machte. Im Bahnwärter Thiel gibt es Ausstellungen, Konzerte, Clubnächte, Kinderprogramm, die ganze Nachbarschaft und Gäste darüber hinaus sind eingeladen, hier schöne Stunden zu verbringen. Eines der wichtigsten Anliegen Hans derzeit: “Beständigkeit für unsere Räume zu schaffen in dieser Stadt, die sich immer wieder schnell nachverdichtet.”

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Fotographie: Manuel Nieberle