Neun Fragen

“Der Überfluss sollte zuerst in unseren Städten aufhören.”

26. August 2019

Studentin und Influencerin Jaqui Dresen beantwortet unseren Fragebogen und spricht dabei über Sharing Economies und was sie sich von der Stadt von morgen erhofft.

In großen Städten leben oft viele Menschen auf engstem Raum zusammen. Seien es Reihenhäuser, große Wohnblocks oder Wolkenkratzer, die Haustür zum Nachbarn ist oft nur wenige Schritte entfernt. Viele mögen diese Anonymität der Großstadt. Die 25 jährige Influencerin und Studentin Jaqui Dresen fragt sich jedoch warum Nachbarschaften nicht stärker als ein gemeinsamer Raum verstanden werden können. Die Menschen könnten sich untereinander auch Dinge verleihen, anstatt sie neu anzuschaffen. Dresen lebt in Köln und beginnt im Herbst den Master in Kultur, Ästhetik und Medien. 

In welchen Städten hast du schon gelebt?
In Düsseldorf, München, Köln, Brüssel und Cañas in Costa Rica.

Auf was könntest du in deiner Stadt nicht verzichten und auf was sehr gut? 

Auf guten Kaffee und meine Freunde könnte ich nicht verzichten. Den Lärm in der Stadt bräuchte ich jedoch nicht.

Was bedeutet Heimat für dich? Erfüllt deine Stadt deine Vorstellung von einem langfristigen Zuhause? 

Heimat ist irgendwie ein seltsames Konstrukt. Heimat ist der Ort an dem es gut riecht, wo meine Familie in der Nähe ist und an dem ich mich wohlfühle. Der Ort, an dem ich abends mit einem guten Gefühl einschlafe. Ich kann mir sehr gut vorstellen lange in Köln zu wohnen. Ich fühle mich wohl und mag die Mentalität der Menschen. 

Welche Vorzüge ziehst du aus der Großstadt und was lässt dich eher aufs Land flüchten? 

In der Großstadt ist das Leben eigentlich ziemlich easy. Eine gute Infrastruktur ermöglicht schnelle Wege und das Angebot für fast alle Lebensbereiche ist riesig. Dabei merke ich aber häufig, dass mir das Leben in der Stadt auch ein Gefühl von Reizüberflutung und Übersättigung gibt. Ich vermisse oft die Ruhe, die Natur und einen Alltag ohne Hektik. Das sind die Momente, in denen ich mir sehr gut vorstellen kann, auf dem Land zu leben. Vor allem die Gerüche und die Ruhe lassen mich auf dem Land total entspannen. 

Was muss eine Stadt mit sich bringen, um dich um den Finger zu wickeln?

Das Bauchgefühl muss stimmen. Einen Großteil machen die richtigen Menschen aus. Außerdem brauche ich auch ein gutes Angebot an Jobs, Freizeitgestaltung und kultureller Vielfalt.

Was würde das Leben in deiner Nachbarschaft noch verbessern? 

Eigentlich funktioniert es dort ziemlich gut. Ich fände es aber schön, wenn man sich gegenseitig öfter etwas ausleihen würde und ich wäre auch bereits, selbst etwas zu verleihen. 

Wie definierst du persönlich eine gute Lebensqualität? Was gehört für dich dazu? 

Eine gute Lebensqualität hängt von den Menschen ab, die dich umgeben. Außerdem braucht es gutes Essen, Natur in der Nähe und einfach ein gutes Wohlbefinden. Wenn man gesund ist und sich wohlfühlt, braucht man meiner Meinung nach nicht viel. 

Wie stellst du dir die Stadt von morgen vor und was erhoffst du dir von ihr?

Die Stadt von morgen möchte ich mir vor allem sauberer vorstellen, mit weniger Plastik, weniger Müll auf den Böden. Außerdem wünsche ich mir mehr im Alltag mehr Achtsamkeit und eine ausgebaute Infrastruktur im Bereich Sharing Economy. Wir sollten viel mehr die Dinge teilen, die wir sowieso schon besitzen. Der Überfluss sollte zuerst in unseren Städten aufhören. 

Welche Stadt möchtest du unbedingt noch besuchen? 

Ich möchte unbedingt Buenos Aires und Argentinien bereisen. Hoffentlich klappt das ganz bald!

Text: Charlotte Hölter