Zukunft

Heute schon in’s ZEITmagazin geschaut?

19. Dezember 2019

Die Spree als Schwimmbad? Die Neuerfindung des Wohnens? Die Kolleg*innen beim ZEIT-Verlag schnappten sich TSN-Speaker*innen, um ein paar ihrer Ideen einzufangen.

Wer die TSN-Events in Berlin und München verpasst hat, kann sich die Überlegungen einiger unserer spannendsten Speaker*innen im aktuellen ZEITmagazin zu Gemüte führen. Der Berliner Künstler Jan Edler (realities:united), zum Beispiel, kämpft schon seit 20 Jahren für ein Flussbad in der Mitte Berlins. Umgeben von historischen Bauten, nahe der Museumsinsel, wartet ein Stück Spree geradezu darauf, neu genutzt zu werden. Dabei haben die Flussbäder der Hauptstadt eine beinah vergessene Tradition. Bäder wie die Badeanstalt hinter den Werderschen Mühlen, die Badeanstalt an den Waisenbrücken oder das Städtische Flussbad Lichtenberg luden die Bewohner*innen Berlins schon in den 1920er-Jahren zum vergnügten Planschen ein. Jan Edler weiß, dass weit mehr auf dem Spiel steht, als Brustschwimmen vorm historischen Panorama: „Es geht um die Frage: Wer macht eigentlich Stadt, für wen wird sie gemacht und wer mischt sich ein?“

Wir müssen eine Kultur der Dichte etablieren, um zu entdecken, dass Urbanität keine Belastung sein muss, sondern einen Hedonismus der Nähe erzeugen kann.

Andreas Ruby, Direktor des Schweizerischen Architekturmuseums in Basel

Die Schweizer*innen können das schon, also, nicht nur im Fluss Schwimmen wie in der Zürcher Limmat, sondern auch gemeinschaftlich neue Formen des Wohnens umzusetzen. Das weiß Andreas Ruby, Direktor des Schweizerischen Architekturmuseums in Basel (S AM), und: „Wir müssen eine Kultur der Dichte etablieren, um zu entdecken, dass Urbanität keine Belastung sein muss, sondern einen Hedonismus der Nähe erzeugen kann“, so Ruby im Interview. Wohnprojekte wie das Hunziker-Areal in Zürich zeigen, wie diese Form der Nähe aussehen kann: Ein gemeinsamer Platz zwischen Neubauten für Wohnen und Gewerbe; Clusterwohnungen in den Gebäuden, die eine Mischung aus Privatsphäre und gemeinschaftlichem Wohnraum ermöglichen.

An einem neuen Bewusstsein über den gemeinsamen Stadtraum arbeiten auch Menschen in Mobilität kontinuierlich mit, wie die Berlinerin Laura Gebhardt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit Hauptsitz in Köln. Deutsche Innenstädte sind oftmals autogerecht und es stellt sich zunehmend die Frage, wie gerecht sie für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen sind. Nicht zwingend geht es darum, Autos aus den Städten zu verbannen, vielmehr stellt sich die Frage, wie man Verkehr effizienter gestalten kann. Durch Sharingkonzepte? Kostenlosen ÖPNV? Mehr Fahrradwege? Experimente wie im schwäbischen Schorndorf – Busse fuhren nach Bedarf und konnten via App oder Website gebucht werden – zeigen: Wir müssen offen sein für Neues und immer bereit sein, uns an neue Konzepte zu gewöhnen. Laura Gebhardt fasst es so zusammen: „Wir brauchen Mut zum Experiment: Neue Konzepte müssen sich erst einmal in der Praxis bewähren, das braucht Zeit und darf auch einmal schiefgehen.“

Also, ran an’s Kiosk oder die Bahnhofsbuchhandlung des Vertrauens und reinschauen ins ZEITmagazin – oder gleich hier ins PDF! The Sooner Now freut sich über den Einleger und wünscht allen ein frohes Fest und einen guten Start 2020.