Aus aller Welt

Bunt, laut und spektakulär – fünf verschiedene Neujahrstraditionen

29. Dezember 2019

Wie die Welt 2020 feiern wird.

Bald werden wieder die Korken geknallt und hier zu Lande liegen sich am ersten Januar alle pünktlich um 00:00 Uhr in den Armen. Doch wie wird in anderen Ländern gefeiert? Welche Traditionen sind zu beachten? Und wo steigt die beste Party?

USA

Jedes Jahr am Silvesterabend findet mit rund einer Millionen Zuschauer*innen in New York City am Times Square eine der größten Silvesterparties der Welt statt. Viele der Besucher*innen stellen sich bereits am Morgen an, um einen der besseren Plätze abzubekommen. Gefeiert wird hier mit dem spektakulären “Ball Drop”, bei dem eine fünf Tonnen schwere Kugel mit über 32000 Lichtern 60 Sekunden vor dem Jahreswechsel zu Boden gleitet. Die Tradition fand 1907 zum ersten Mal am Times Square statt und stammt ursprünglich von Zeitbällen ab, die im 19. Jahrhundert an Häfen die Tageszeiten signalisierten.

Australien

Seit 1993 findet in Sydney jedes Jahr an Silvester ein gigantisches Feuerwerk an der Harbour Bridge statt. Hier werden um Mitternacht minutenlang mehrere Tonnen an Raketen in die Luft geschossen. Das Feuerwerk gilt als eines der spektakulärsten und aufwendigsten auf der ganzen Welt und glänzt mit Lichterregen und dreidimensionalen Bildern am Nachthimmel. Da in Australien jedoch große Trockenheit herrscht, darf im Gegensatz zu Deutschland hier nicht geböllert werden und auch privat dürfen keine Feuerwerke veranstaltet werden.

Israel 

Beim christlichen Neujahrsfest feiern die Christ*innen am 31. Dezember die Beschneidung von Jesus von Nazareth, denn mit der Beschneidung und Namensnennung gelangt der Neugeborene in den „Bund Abrahams“. Und so beginnt bei den Christen die Jahreszählung ab Jesus Aufnahme in die Gemeinde und nicht ab seiner Geburt. Die Jüdinnen und Juden feiern hingegen bei ihrem Neujahrsfest “Rosch HaSchanah” die Erschaffung der Welt. Im jüdischen Kalender ist das der 1. Tischri, der im gregorianischen Kalender mal in den September, mal in die erste Hälfte des Oktobers fällt. So bleibt es am 31. Dezember in Israel größtenteils ruhig, da über siebzig Prozent der Bevölkerung dem jüdischen Glauben angehören.  

Spanien 

Die Spanier bereiten sich mit zwölf Weintrauben auf den Jahreswechsel vor. Pünktlich zum Gongschlag der Kirchen werden sie schnell hintereinander weg verspeist. Sind bis zum Ende der Glockenschläge alle Trauben aufgegessen, wird das neue Jahr viel Glück bringen. Den Brauch kann man auf das Jahr 1909 zurückführen, als Bauern eine außerordentlich gute Ernte zu verzeichnen hatten. Sie beschlossen, die Ernte mit der Bevölkerung zu teilen. Gemeinsam aß man die Trauben zu Silvester, in der Hoffnung, das neue Jahr würde eine ebenso gute Ernte bringen.

Japan

Noch vor den mitternächtlichen Feierlichkeiten putzen die Japaner*innen den “alten Schmutz” aus ihren Häusern und schmücken sie mit Blüten und Kiefern. Um Mitternacht ertönen dann aus den buddhistischen Tempelanlagen Glockenspiele mit 108 Glockenschlägen, bei denen im buddhistischen Glauben jeder einzelne die 108 Sünden der Menschen vertreiben soll. Von Tempeln aus lassen viele Bewohner*innen in der Silvesternacht beleuchtete Ballons mit Neujahrswünschen aufsteigen.

Text: Charlotte Hölter
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